Albert Fromm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Albert Fromm ist gelernter Kirchenmaler, die formale Raffinesse seiner Bilder ist Ausfluss einer jahrzehntelangen professionellen Beschäftigung mit aufwändigsten maltechnischen Verfahren der abendländischen Kunst: Quadratische oder annähernd quadratische Holztafeln sind das Halt gebende Fundament eines komplizierten vielschichtigen Bildaufbaus, dessen Resultat sich als völlig glatte, homogene Fläche präsentiert, die in ihrer leuchtenden, tiefgründigen Farbigkeit ungemein kostbar wirkt. Diese Anmutung des Wertvollen ist mitunter durch Verwendung von Blattgold noch gesteigert, liegt aber vor allem in der grundsätzlichen Perfektion der Verarbeitung von Bindemittel und Farbpigment.

 

Der Maler selbst unterzieht sich gleichsam einer Bußübung, er unterwirft sich und seine Arbeit der zu gestaltenden Form, um sein Werk am Ende als „Vollendetes" vor sich zu haben. Albert Fromm verhält sich wie der byzantinische Ikonenmaler, der in Andacht und Ehrfurcht und mit dem Wissen um das Heiligmäßige seines Tuns Kultbilder schafft. Auch das auf Fromms Holztafeln Dargestellte selbst ist den ostkirchlichen Ikonen auf seltsame Weise verwandt.

So wird nicht etwa – obwohl es sich um figurative Kunst handelt – ein perspektivischer Ausschnitt aus der Wirklichkeit gegeben, gesehen durch das Fenster eines einfassenden Bildrahmens. Vielmehr ist die Bildfläche vor die eigentliche Rahmung geschoben, sie zeigt sich hierdurch als materielles Volumen, sie ist das Bild selbst. Hiermit korrespondieren die Bildinhalte.

Es ist kein wirklicher Bildraum vorhanden, sondern ein mehr oder minder ornamental gegliederter Hintergrund, eine schmale Bühne, auf der die wenigen handelnden Figuren agieren. Diese wiederum füllen das Bild von einer Kante zur anderen, erstrecken sich überlängt und stark abstrahiert und definieren sich durch ihr Tun.

Es sind keine Individuen, nicht physiognomisch unterscheidbare Chraktere, sondern eigentlich maskenhafte Hüllen von Alten und Jungen, Frauen und Männern, die uns gestisch etwas zeigen, was wir alle kennen sollten: Lust und Leid, Liebe und Tod, Freude und Trauer, Glück und Elend. Wie im antiken griechischen Theater wird das Profane und das Heilige geschildert, das Menschliche und das Göttliche, das Drama des Lebens in seiner Hoheit und Nichtigkeit!

Text mit freundlicher Genehmigung von Emanuel Schmid M.A.

Kontakt:
Jurastraße 4 • 92331 Parsberg
Tel. 0 94 92 | 220

  Im Strahlenschein von Tschernobyl, 1986, Mischtechnik und Blattgold, 73 cm x 67 cm Stilleben Blick in das Atelier   Herbstwind - Der zerbrochene Krug, 2006, Acryl auf Holz, 83 cm x 83 cm Versuchung des Hl. Antonius, 1990, Acryl auf Holz, 73 cm x 64 cm Verführung, 1997, Acryl auf Holz, 88 cm x 77 cm

 

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